Werden wir immer intelligenter, oder immer dümmer?
Dr. Robert Harsieber - 28 August 2005
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Wenn wir schon bei der Intelligenz sind: Vor rund 20 Jahren hat der neuseeländische Politikwissenschaftler James Flynn (nicht der Psychologe!) entdeckt, dass der IQ, seit er gemessen wird, im Durchschnitt Generation um Generation gestiegen ist (Flynn-Effekt). Das fällt nicht gleich ins Auge, weil IQ-Tests quasi geeicht, also laufend angepasst werden, um einen Durchschnittswert von 100 zu erhalten. Rechnet man diese Anpassungen jedoch heraus, dann ist ein kontinuierlicher IQ-Anstieg zu erkennen.
Ob uns das sagen soll, dass die Menschheit immer intelligenter wird, sei dahingetellt. In dem Bereich der gemessen wird, mag es auch stimmen. Das heißt aber vor allem, dass wir uns genau in die Richtung hin entwickeln, die wir für wichtig halten. Aber was ist mit jenen Bereichen, die wir immer mehr verdrängen? Jetzt stelle ich mir wieder einen Test vor, der das misst, was bei den IQ-Tests vernachlässigt wird: Da kommt mit Sicherheit heraus, dass wir uns in dieser Beziehung eher zurück entwickeln, um nicht zu sagen, dass wir in diesen Bereichen immer dümmer werden.
Natürlich ist unsere Welt komplexer geworden; und wer damit zurechtkommen will, wird zwangsläufig "intelligenter". Das ist aber eine Komplexität der Oberfläche unseres Lebens. Die Tiefe geht dabei zunehmend verloren. Sichtbares Symptom dafür sind die immer kindischer werdenden Diskussionen von Wissenschaftlern, wenn es um Grundsätzliches (Leben, Evolution, Freiheit usw.) geht.
Übrigens: Einseitigkeiten neigen dazu, ins Gegenteil umzuschlagen. Intelligenzforscher schlagen neuerdings Alarm, dass es auch hier eine Trendumkehr gibt: Sogar die Intelligenz ist in den Industrienationen (nicht in der 3.Welt) wieder im Abnehmen.
siehe auch: Wissenschaft
Männer sind klüger als Frauen - und umgekehrt!
Dr. Robert Harsieber - 27 August 2005
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Der britische Psychologe Richard Lynn von der Ulster University, der schon des öfteren mit unsäglichen Studienergebnissen zur Intelligenz hat aufhorchen lassen, sorgt wieder für Schlagzeilen: Seine neuesten Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass Männer klüger sind als Frauen. Auf 3 Männer mit einem Intelligenzquotienten (IQ) von über 130 komme eine Frau, auf 5,5 Männer mit einem IQ von über 145 komme eine Frau. Damit wollen Lynn und sein Kollege Paul Irwing von der University of Manchester auch erklären, warum es mehr männliche Nobelpreisträger, Schachgroßmeister und Mathematiker gebe.
Nun wissen wir, dass Intelligenz das ist was Intelligenztests messen, und dass diese von Männern entworfen wurden, ist nicht zu übersehen. Es wäre sicher eine Kleinigkeit, einen Intelligenztest zu entwickeln, bei dem herauskommt, dass Frauen klüger sind als Männer. Worauf es beim Menschsein ankommt, darum haben sich derartige Wissenschaftler wohl nie Gedanken gemacht.
Nun könnte man die genannte Studie einfach vergessen. Das eigentlich Erschreckende sind ja nicht die Ergebnisse, die kann man ganz simpel erklären und entsorgen, sondern dass das Psychologen sind, die derartige "wissenschaftliche" Leistungen erbringen. Zwar gestehen sie großzügigerweise schon ein, dass Frauen gewissenhafter sind und längere durchgehende Perioden harter Arbeit besser schaffen als Männer, aber das fällt eben nicht unter "Intelligenz". Das prinzipielle Problem zu diskutieren, fällt den Herren offenbar nicht ein.
siehe auch: Wissenschaft
Entwickelt sich Leben oder Materie?
Dr. Robert Harsieber - 15 Juli 2005
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Es ist erschreckend, wie sich renommierte Wissenschaftler in ihren Reaktionen auf die Kritik des Wiener Kardinals Schönborn zur Evolutionstheorie in der New York Times selbst bloßstellen.
Biologen erforschen lebende Organismen, die sich in vielfacher Hinsicht von den unbelebten Objekten der Physik untercheiden. Der wohl bedeutendste Evolutionsbiologe des 20. Jahrhunderts, Ernst Mayr, betonte nicht nur die Zielgerichtetheit des Lebendigen, sondern er sah die Biologie als eigenständigen Wissenschaftszweig, für den viele Ansätze der "exakten" Wissenschaften schlicht nicht zutreffen.
Aber heute kümmert sich kaum jemand um die wissenschaftliche Kategorie der Methodenadäquatheit - die Methode muss sich dem Fachgebiet anpassen und nicht umgekehrt.
Eine andere Sache ist es, dass viele Wissenschaftler nicht imstande sind, Fakten und Interpretation zu unterscheiden, und dass Naturwissenschaft streng genommen auch nichts beweisen kann.
Die entscheidende Frage ist aber, was sich entwickelt: Materie oder Leben? Ist es das Leben, dann ist das Weltbild der Physik zu eng. Und wie Physik nicht erklären kann, was Materie ist, so auch Biologie nicht, was Leben leztlich ist. Naturwissenschaft kann keine Grundsatzfragen stellen. (Die Physik z.b. vermeidet den Begriff Materie und spricht nur von Masse.) Grundsatzfragen sind nur von Philosophie und Religion zu stellen. Von diesen zu verlangen, sich nicht in diese Fragen (der Evolution) einzumischen, ist damit Unsinn. Jegliche Ausgrenzung kann Erkenntnis nur verhindern.
siehe auch: Wissenschaft
Stammzellenforschung: neue Perspektive
Dr. Robert Harsieber - 26 Juni 2005
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Die Forschung an embryonalen Stammzellen ist ethisch problematisch. Für viele ist das Experimentieren mit werdendem Leben, für das Embryonen zerstärt werden müssen. Das Potential adulter (Erwachsenen-) Stammzellen wurde aber bisher für weit geringer eingschätzt. Die bisherige Annahme, dass embryonale Stammzellen sich besser vervielfältigen können als adulte Stammzellen, und dass postnatale Stammzellen schneller altern und früher sterben, könnte jedoch ein Irrtum sein.
Forscher des Children's Hospital Pittsburgh entdeckten, dass adulte oder postnatale Stammzellen dieselbe Fähigkeit zur Multiplikation haben wie embryonale Stammzellen. Das bedeutet, dass postnatale Stammzellen für die Entwicklung von neuen Therapieansätzen ebenso geeignet sind wie embryonale Stammzellen.
Damit könnten die ethischen Kontroversen unter Wissenschafltern hinfällig sein, weil das Experimentieren an Embryos keinen Vorteil bringt.
siehe auch: Wissenschaft
Stammzellenforschung: neue Perspektive
Dr. Robert Harsieber - 26 Juni 2005
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Die Forschung an embryonalen Stammzellen ist ethisch problematisch, für viele ist das Experimentieren mit werdendem Leben. Das Potential adulter (postnataler) Stammzellen wurde aber bisher für weit geringer eingschätzt. Die bisherige Annahme, dass embryonale Stammzellen sich besser vervielfältigen können als adulte Stammzellen, und dass postnatale Stammzellen schneller altern und früher sterben, könnte jedoch ein Irrtum sein.
Forscher des Children's Hospital Pittsburgh entdeckten, dass adulte oder postnatale Stammzellen dieselbe Fähigkeit zur Multiplikation haben wie embryonale Stammzellen. Das bedeutet, dass postnatale Stammzellen für die Entwicklung von neuen Therapieansätzen ebenso geeignet sind wie embryonale Stammzellen.
Damit könnten die ethischen Kontroversen unter Wissenschafltern hinfällig sein, weil das Experimentieren an Embryos keinen Vorteil bringt.
siehe auch: Wissenschaft
Anti-Aging und "ewiges Leben"
Dr. Robert Harsieber - 24 Juni 2005
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Anti-Aging ist heute angesagt, Lebensverlängerung, und sogar von einem "ewigen Leben" ist mitunter die Rede, und das von Medizineren, so dass man denkt, da ist nun eine eigene Spezies von Wissenschaftlern völlig ausgeklinkt. Solche "Hoffnungen" werden heute mit der Gentechnik verbunden, das Thema Klonen ist in diesem Zusammenhang wieder aus den Medien verschwunden. Zu absurd ist die Idee, durch Koknen "unsterblich" zu werden. Klonen - das ist Ian Wilmut, einem der "Dolly-Väter" bewusst, vielen anderen offenbar nicht - wird nicht ein Leben kopiert, dupliziert oder fortgeführt, sondern es entsteht - am Ende einer Reihe von Fehlschlägen, Toten und Missbildungen - neues Leben. Daran ändert die Ähnlichkeit nichts, die oft gar nicht so ausgeprägt ist, wie wir aus den Tierexperimenten wissen.
Gentechnik wird im besten Fall vieles erreichten, vielleicht sogar Lebensverlängerung. Aber selbst wenn sie es schafft, den physischen "Mechanismus" des Alterns zu unterbinden, die Psyche wird das beeinflussen, aber nicht wesentlich ändern.
Wenn das Altern als Lebensphase in unserer Gesellschaft weiterhin so dilettantisch betrieben wird wie bisher, dann ist das Scheitern dieser Mission schon "vorprogrammiert". Wir leben in einer Jugendkultur, in der schon das Erwachsenwerden erfolgreich verhindert wird. Wie soll es dann zu einem vernünftigen Altern kommen, geschweite denn zu einem "ewigen Leben"?
siehe auch: Wissenschaft
I want you for the U.S. Army
Christoph Berger - 24 Juni 2005
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Eine Datenbank soll Abhilfe schaffen. In ihr sollen Informationen von High-School-Schülern ab 16 Jahren und allen
amerikanischen Studenten gesammelt werden. Dabei geht es um so sensible Daten wie Sozialversicherungsnummer,
E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, Durchschnittsnoten, Hauptfächer und
ethnische Zugehörigkeit. Der Grund ist, wie SpiegelOnline berichtet, dass im Februar diesen Jahres das Rekrutierungsziel von 7050 Mann zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 nicht erreicht wurde. So versucht das Pentagon jetzt mit neuen Maßnahmen ausreichend neues "Kanonenfutter" für seine weltumfassenden militärischen Ambitionen zu rekrutieren. Denn obwohl z.B. Studenten vom "Reserve Officer Training Corps" auf Kosten der Armee studieren, die Krankenversicherung bezahlt bekommen und nach Abschluss des Studiums einen sicheren Job haben, geht die Anzahl der Freiwilligen zurück. Grund dafür ist der Irak-Krieg, aus dem jeden Tag neue Nachrichten über tote GI's eintreffen.
Selbst in den sozial schwachen Schichten, die sich die Ausbildung ohne die uneigennützige und aufopfernde Unterstützung der Armee nicht leisten könnten, scheint der Selbsterhaltungstrieb zwischenzeitlich größer zu werden. Und das, obwohl es doch um den Schutz und das Ansehen des Vaterlands geht. Mit Hilfe der Datenbank soll mit der Herumdrückerei Schluss sein. Potentielle Soldaten können so effizienter ausfindig gemacht werden, berichtet die Washington Post.
siehe auch: Politik | Soziales | Wissenschaft
Steuerung mit Gehirnströmen
Christoph Berger - 23 Juni 2005
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Wie Telepolis heute berichtet, bastelt die Firma NeuroSky
aus Cupertino, Kalifornien, an einem Headset mit Sensor, über den sich elektronische Geräte, wie z.B. Mobiltelefone, mit Blicken und den Hirnströme steuern lassen. Wie der Online-Dienst weiter berichtet, sei die Grundlage der Technik eine "trockene" Elektrode als Sensor, der an
der Stirn befestigt wird und keine Paste benötigt und ein Chip, der
die vom Sensor erfassten Hirnwellen analysiert und über Bluetooth mit
Geräten wie einem Handy verbunden werden kann. Zusätzlich könnte man
das EEG mit einem Elektrookulogramm (EOG) kombinieren, das die
Augenbewegungen misst. Mit einem Programm lassen sich angeblich die
EEG- und EOG-Daten verbinden, um eine Bewegungssteuerung zu realisieren.
Super, dann brauch ich mich bald überhaupt nicht mehr bewegen. Aber noch eher werde ich wohl denken: abschalten!
siehe auch: Sicherheit | Trends | Wissenschaft
Exzellenzinitiative und Pakt für Forschung und Innovation
Christoph Berger - 23 Juni 2005
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Bundkanzler Gerhard Schröder und die Ministerpräsidenten der Ländern beschlossen heute in Berlin die Exzellenzinitiative für
die Hochschulen und den Pakt für Forschung und Innovation.
Durch die Exzellenzinitiative erhalten die Hochschulen
in den nächsten sechs Jahren (2006-2011) 1,9 Mrd. Euro zur Förderung
der Spitzenforschung. 75 % der Mittel stellt der Bund zur Verfügung, 25
% der Mittel werden vom jeweiligen Sitzland aufgebracht. Die Gelder werden dabei in wettbewerblichen Verfahren vergeben, wodurch man den Prozess einer Leistungsspirale in Gang setzen will.
Der Pakt für Forschung und Innovation stellt den großen Forschungsorganisationen bis zum Jahr 2010 einen jährlichen Mittelzuwachs von mindestens drei Prozent in Aussicht.
Mehrfach standen die Programme bereits vor dem Aus. Mitte dieses Monats war es den Wissenschaftsministern jedoch gelungen, einen tragfähigen Kompromiss zu finden.
siehe auch: Aktuelles | Politik | Wissenschaft
Neue Wege im Hochschulmarketing
Christoph Berger - 22 Juni 2005
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Da der Wettbewerb der Hochschulen um Studierende in der Zukunft rapide wachsen werde, müsste auch das familiäre Umfeld der Studenten in den Blick der Universitäten genommen werden. Dies ist auf jeden Fall die Einschätzung der Westfaelischen Wilhelms-Universität Münster.
Mit der Aktion Elternalarm haben Eltern von Studierenden Gelegenheit, Münster zum Studententarif zu erleben, sei es beim Eintritt zu einer Reihe kultureller Veranstaltungen, bei kostenlosen Stadtführungen, beim Besuch des Friedenssaals und beim kostenlosen Busfahren. Für Münsters Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann ist klar, dass derartige konzertierte Aktionen wichtig für das Image von Städten und Hochschulen sind.
siehe auch: Trends | Wissenschaft

