IKEA zieht Werbespot zurück
Christoph Berger - 27 Juni 2005
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Eigentlich sollte es wieder einer dieser überaus witzigen Werbespots werden, wie wir sie von dem schwedischen Möbelhaus IKEA seit mehreren Jahren kennen. Z.B. wie derjenige nach Weihnachten, wo aus allen Fenstern Weihnachtsbäume fliegen und wir, wenn wir unser Lachen dann mal wieder unter Kontrolle bekommen haben, sofort in eines dieser vielen, großen Verkaufshäuser in den Gewerbegebieten unserer Städte fahren. In diese Läden, in denen sich alle lieb haben und es super Arbeitsbedingungen gibt und wo wir unser gesamtes Weihnachtsgeld in eine neue Einrichtung investieren können - ich beginne den Faden zu verlieren.
Na ja, ein neuer dieser Werbespots ist nun ziemlich gefloppt. Denn das Mittsommerfest wird als reines Sauf- und Sexgelage dargestellt - es sind da eine ganze Menge betrunkener Schweden zu sehen. Und am Ende erscheint dann der Slogan: "Zum Glück haben wir nur das Beste vom schwedischen Midsommar mitgebracht – die Midsommar-Wahnsinns-Preise." Wirklich kein Wunder, dass sich die Mitbewohner von Ingvar Kamprad so aufregten. Der Spot wurde aus dem Programm genommen.
siehe auch: Aktuelles | Wirtschaft
Achse Russland – Deutschland in Gefahr? Wirtschaftsbosse sorgen sich
Dr. Helge Mücke - 27 Juni 2005
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Die haben ganz andere Probleme mit der (möglichen) politischen Wandlung als wir, die Wirtschaftsbosse! Bundeskanzler Schröder hat nämlich etwas sehr Kapitalistisches getan, da kann Herr Müntefering ja sagen, was er will: über alle moralischen Grenzen hinweg durch persönliche Kontakte Geschäfte angebahnt, die dadurch „Verlässlichkeit“ bekommen. Und was, wenn dann „Freund Gerhard“ nicht mehr Kanzler ist? Und was macht gegebenenfalls die CDU, die doch (angeblich? oder „Geschwätz von gestern“?) gegen die gute Verbindung zu Putin war?
Der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft (OA) macht sich darum Sorgen, sein Chef Klaus Mangold hat sich dazu geäußert. Seit 20 Jahren sei das deutsch-russische Verhältnis von „hoher Kontinuität“ geprägt. „Wir hoffen sehr, dass, egal was politisch passiert, wir an dieser Kontinuität festhalten können“.
Deutschland ist derzeit wichtigster Handelspartner Russlands mit 31 Milliarden Euro Handelsvolumen (Quelle: spiegel online).
Ja ja, die Verbindung von Moral - Politik - Wirtschaft. Sage mir keiner, sie sei nicht möglich – sie ist fast immer möglich (wenn man den ersten Punkt praktisch auf Null setzt). Immer wieder gab es hier ja auch schon Bemerkungen dazu ...
siehe auch: Politik | Wirtschaft
Voll auf den Sturm setzen
Christoph Berger - 26 Juni 2005
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Fußball ist nicht nur ein Spiel mit 22 Leuten, zwei Toren und einem Ball. Manchmal scheinen wir das naiver Weise zu vergessen, weil wir ihn ja so lieben. Allerdings ist Fußball auch ein wirtschaftliches Großereignis - gerade für zwei deutsche Sportartikelhersteller mit Blickpunkt auf die Weltmeisterschaft 2006. Dieses Ereignis will gerade im eigenen Land akribisch vorbereitet werden. Wie die Financial Times Deutschland berichtet, zieht Adidas mit Rekordausgaben für Marketing in die außerhalb des Fußballplatzes stattfindende Schlacht um Marktanteile. Bis zu 900 Millionen Dollar wolle das Unternehmen investieren. Auch Puma will die Weltmeisterschaft demnach nutzen, um zu den Großen Drei aufschließen (des dritte Unternehmen ist Nike).
Und hier gibt es noch das Ergebnis einer Umfrage zu "Lifestyle und Design". Bei der Frage "wie hip/trendig sind Deiner Meinung nach die folgenden Unternehmen?" liegen die drei auch ganz nah beieinander.
siehe auch: Wirtschaft
Teure Ich-AGs
Christoph Römer - 23 Juni 2005
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Die Kosten für die Ich-AGs explodieren! Dies meldete n-tv unter Berufung auf die Berliner Zeitung. Statt der ursprünglich vorgesehenen 700 Millionen Euro, muss der Etat nun ggf. verdoppelt werden. Ebenfalls gestiegen ist der Bedarf an Überbrückungsgeld. Auch hier werden zusätzlich 500 Millionen Euro fällig. Wen wundert´s. Denn anstatt die Binnennachfrage anzukurbeln und den
Menschen (und sei es in Form staatlicher Investitionen) etwas zu tun zu
geben, was auch der Allgemeinheit nutzen kann, investiert der Staat in
Maßnahmen, die in keiner Weise kontrollierbar sind.
So wundert es niemanden, dass ein Arbeitsloser angesichts des drohenden Schreckgespenstes Hartz IV lieber eine Selbsständigkeit versucht, als in die völlige Armut abgzugleiten.
Von Seiten des Staats gibt es viel zu wenig und vor allem viel zu wenig wirklich praxisbezogene Hilfestellung beim Beginn einer neuen Existenz. So könnte zum Beispiel versucht werden, zinslose Kredite zu geben (was ja beim Bafög jahrelang gang und gäbe war) und diese an eine gewisse Effizienz des Unternehmens zu binden. Oder es könnten vor Ort mehr Lehrgänge in Sachen Kostenrechnung und Unternehmensplanung stattfinden. Dafür fehlt aber, trotz 5 Millionen Arbeitsloser, das Personal.
Stattdessen wird nach dem Prinzip "aus den Augen (bzw. aus der Statistik) aus dem Sinn" verfahren.
Das so etwas teuer werden kann, sieht man jetzt!
siehe auch: Aktuelles | Wirtschaft
Generation Praktikum
Christoph Römer - 22 Juni 2005
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Vor ein paar Tagen geisterte die durchaus beruhigende Meldung durch die Medien, dass Akademiker ein deutlich geringeres Arbeitslosigkeitsrisiko tragen würde (hier im Wipo-Blog ausführlich dokumentiert). Doch landen all diese Akademiker in sicheren, unbefristeten Festanstellungen? Wohl kaum, denn eine Vielzahl wird in Ich-AGs unterkommen, bzw. auf diese Weise versuchen, ein Dasein zu fristen.
Ein anderes Phänomen, dass insbesondere junge Akademiker betrifft, ist das unbezahlte Praktikum. Viele Firmen bestreiten einen Großteil ihres operativen Geschäfts mittlerweile mit Praktikanten, die ehrgeizig, bestens ausgebildet und vor allem billig und fast rechtlos sind.
In einem Interview
erklärt Joachim Koch-Bantz (DGB), wie man sich dagegen schützen kann.
Nur scheint der DGB angesichts der rechtlichen Grauzone bei Praktika
machtlos. Zudem dauern diese meist nur drei Monate ehe die nächsten
(frischen) Absolventen herangezogen werden.
Für die Firmen ist das Ganze ein Bombengeschäft. Denn es werden keine
Sozialbeiträge und in vielen Fällen auch keine Gehälter fällig - auf
der anderen Seite kann man den Kunden, die von den "Praktis" erbrachte
Leistung aber getrost voll in Rechung stellen.
So nimmt es nicht wunder, dass Praktikumsbörsen wie Prabo und Co. florieren.
Das geht solange gut, wie ein solcher Druck auf dem Arbeitsmarkt liegt,
dass sich Firmen fast jeden Arbeitnehmer aus einem Heer von Bewerbern
aussuchen können ...
siehe auch: Aktuelles | Trends | Wirtschaft
PKW-Maut
Christoph Römer - 22 Juni 2005
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Nach der Anfang des Jahres überaus erfolgreich eingeführten LKW-Maut soll nun, einer Prognose des Hochtief-Chefs Hans-Peter Keitel zufolge, auch die PKW-Maut folgen. Man könnte jetzt darauf kommen, dass Keitel als Bauunternehmer Werbung in eigener Sache machen möchte, was sicherlich zu einem gewissen Teil auch richtig ist. Richtig ist aber auch, dass der Anteil des Straßenverkehrs stetig steigt und trotzdem nicht mehr Geld ins Staatssäckel fließt. Die CO2-Emissionen sind EU-weit nachwievor auf einem viel zu hohen Level und die Klimaschutzziele, die noch in Kyoto vereinbart wurden, rücken mehr und mehr in weite Ferne.
Warum also nicht, nach der erfolgreichen Einführung der Ökosteuer,
auch die Abnutzung der Straßen teurer machen? Vielleicht erreicht man
auf diese Art und Weise ein Umdenken, weg von der Straße hin zum
öffentlichen Nahverkehr.
Und vielleicht, so die vage Hoffnung, wird dieser dann auch früher oder
später, aufgrund deutlich gestiegener Kundenzahlen, wieder
erschwinglicher.
siehe auch: Aktuelles | Umwelt | Wirtschaft
Mehr fürs Geld
Christoph Berger - 22 Juni 2005
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Wie die Nachrichtenagentur Reuters vermeldet, können sich die Deutschen heute von ihrem Verdienst mehr leisten als Anfang der 90er Jahre. Dies ginge aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Ein westdeutscher Arbeitnehmer hätte demnach im Jahr 2004 insgesamt für eine geleistete Stunde Arbeit nach Abzug von Steuern und
Sozialabgaben im Schnitt 13,36 Euro bekommen. Das wären 31 Prozent mehr als 1991.
Im gleichen Zeitraum aber hätten sich die Preise für Waren und
Dienstleistungen nur um 27 Prozent erhöht.
Gerade das Geld für
einen Computer oder einen Fernseher hätte ein Arbeitnehmer heute viel schneller zusammen. Für Benzin, einen Haarschnitt oder die Rundfunkgebühren
müssten sie allerdings länger arbeiten als noch 1991.
siehe auch: Soziales | Wirtschaft
Für Bagatellkrankheiten selbst aufkommen
Christoph Berger - 21 Juni 2005
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Dem Vorschlag von Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbands
des Deutschen Handwerks, Krankheitstage mit dem Urlaubsanspruch zu verrechnen, folgt nun der Nächste. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK)
will Ausfalltage bei Bagatellkrankheiten wie Erkältungen künftig nicht
mehr bezahlen. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall koste die Unternehmen jährlich
rund 30 Mrd. Euro. Da sei mehr Eigenverantwortung von den Arbeitnehmern gefragt. Ebenso bei der Arbeitslosenversicherung. Dies sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der Chemnitzer "Freien Presse". Eines der wichtigsten Ziele einer neuen Bundesregierung sei die Senkung der Arbeitskosten. Was bei der Kfz-Versicherung gang und gäbe sei, müsse schrittweise auch
für Kranken-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung eingeführt werden.
siehe auch: Aktuelles | Soziales | Wirtschaft
Fachkräftemangel in Ostdeutschland
Christoph Berger - 21 Juni 2005
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"Der Fachkräftemangel zeichnet sich in Ostdeutschland bereits heute ab", sagte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn heute in Berlin. Ein Großteil der heutigen Belegschaft gehe in Rente und die Zahl
der Schulabgänger würde dramatisch abnehmen. Sie forderte die Wirtschaft auf, mehr junge Menschen
auszubilden, denn Experten errechneten für das Jahr 2015 einen Bedarf an bis zu
3,5 Millionen Fachkräften, der dann nicht mehr gedeckt werden könne.
Verwunderlich, da doch gerade Arbeitnehmer aus den Neuen Ländern immer wieder aufgefordert werden, Flexibilität zu zeigen und auch Arbeit im Westen der Republik anzunehmen.
siehe auch: Soziales | Wirtschaft
Alle Jahre wieder ...
Christoph Römer - 21 Juni 2005
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... und zwar immer zur Wahlkampfzeit entdeckt die CDU eines ihrer Lieblingsthemen. Gemeint ist die Zuwanderung, ein "Schreckgespenst", mit dem es die Rechtskonservativen immer wieder schaffen, die "Nochrechtskonservativeren" an die Wahlurnen zu locken.
Dabei kann von einer Politik massenhafter Zuwanderung, wie Sie der bayerische Innenminister Günther Beckstein einmal mehr befürchtet, (leider) keine Rede sein. Auch nehmen keine Fremdarbeiter unseren ehrlichen teutschen Arbeitern die Arbeit weg.
Es ist traurig anzusehen, dass in diesem Land immer noch mit einer
rückwärtsgewandten Rhetorik auf Stimmenfang gegangen werden kann. Da
nimmt es Otto Normalbürger offensichtlich lieber auf sich, angesichts
des sich abzeichnenden Arbeitskräftemangels bis zum siebzigsten
Lebensjahr Vollzeit zu ackern, als das Murat, Pjotr oder Antonio auch
nur ein Cent gegönnt wird.
Dabei bräuchte Deutschland aus den verschiedensten Gründen dringend
mehr Zuwanderung. Die Zahlen sind seit Mitte der 90er Jahre rückläufig
und durch die halbherzig durchgeführten Reformen zum
Staatsbürgerschaftsrecht fühlen sich immer mehr ausländischstämmige
Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind, an den Rand der
Gesellschaft gedrängt.
Und da beißt sich die Katze sprichwörtlich in den Schwanz, denn die
"Parallelgesellschaften" entstehen doch nur dann, wenn Menschen in
diesem Land signalisiert wird, dass sie nicht dazugehören.
(Foto: Junge Union München)
siehe auch: Aktuelles | Politik | Wirtschaft

