Wie oft noch ?
Christophe Schwartz - 7 Juli 2005
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Schon wieder haben Islamistische Terroristen in Europa eine Attentat verübt. Schon wieder haben diese Fanatiker hinterlistig Bomben mitten im morgentlichen Berufverkehr gezündet. Wie schon in Madrid mussten Unschuldige für den Fanatismus einiger weniger Irrer bezahlen. Wie oft muss dies noch passieren, bis wir endlich die nötigen Massnahmen ergreifen um unsere Bevölkerung zu schützen? Wie oft muss es noch passieren, bis wir einsehen, dass diese Terroristen nur grassieren können weil wir deren Sympathisanten unter uns dulden? Es kann nicht angehen, dass von uns Toleranz verlangt wird wenn anderswo unsere Nachbarn und Freunde diesem Terror zum Opfer fallen. Egal welche unsere Religion ist oder ob wir an keinen Gott glauben, solche Attentate auch nur im geringsten zu rechfertigen macht uns zu mittätern. Wir sollten alle ein Zeichen setzen und damit anfangen Sympathisanten von solchen Taten, aus unseren Freundes-, Bekannten- und Geschäfstkreisen auschliessen.
Und bis es soweit ist: Dear Londonners, we stand by you!
siehe auch: Religion
Heilung durch Gebet
Dr. Robert Harsieber - 22 Juni 2005
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Der amerikanische Internist Dr. Larry Dossey ist der Meinung, dass alles, was die Körperfunktionen signifikant beeinflusst, sei es ein Bakterium oder ein Virus, ein Medikemant, ein chirurgischer Eingriff oder ein Gebet, legitimer Gegenstand medizinischen Interesses ist. Beten kann und soll für ihn wissenschaftlich untersucht werden, obwohl Gebete keiner wissenschaftlichen Legitimation bedürfen. In den USA gibt es denn auch hunderte Studien über die Wirksamkeit von Gebeten, die zu einem überwiegenden Teil zu dem Ergebnis kommen, dass Beten hilft und heilt.
Besonders interessant ist, dass es auch bei Pilzen und Bakterien wirkt, denen man keinen Placeboeffekt unterschieben kann. In einer Studie wurde ein Pilz auf einem Reis-Agar-Substrat in einem Schälchen gezüchtet und dann Stress ausgesetzt. Er wurde in einer Alkohollösung gewaschen, um ihn zu beschädigen und sein Wachstum zu hemmen. Dann wurde quer durch den Pilz eine Schnur gelegt und für die eine Seite gebetet, für die andere nicht. Beim gerichteten Beten zur Unterstützung des Wachstums geschah nichts. Beim ungerichteten Gebet fing die betreffende Seite an, sich zu vergrößern und zusätzliche konzentrische Wachstumsringe zu bilden.
siehe auch: Religion
Jean Paul Sartre: Philosoph mit politischer Wirkung?
Dr. Helge Mücke - 21 Juni 2005
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Hundert Jahre wäre er jetzt alt – der Romanautor, Stückeschreiber und Philosoph Jean Paul Sartre (21.6. 1905 - 15.4. 1980). In den Feuilletons war das nicht zu überlesen, -hören, -sehen. Ein Aufsatz von Arno Widmann war für mich besonders aufschlussreich.
„Besessen vom Ich“, so die Überschrift. Die Ambivalenz wird deutlich: Er war schließlich an der Spitze des Establishments und gleichzeitig dessen vehementester Gegner – bekämpfte leidenschaftlich das Bürgertum und gehörte ihm doch an. In der Öffentlichkeit habe er sich keineswegs wahrhaftig, sondern „situationsbedingt, also politisch effizient“ geäußert.
Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre wurde Sartre im politischen Raum stark wahrgenommen. Das ist zwar vorbei – als Philosoph wäre er aber immer noch ernst zu nehmen. Weil er von der Idee des Ichs besessen war – der Freiheit des Einzelnen, also gegen jede Diskriminierung! Und überzeugt von der Verantwortung des einzelnen Menschen für sich selbst (nicht gegenüber einer Kirche, Partei usw.) Biografische Infos zum Beispiel hier – einen interessanten Artikel über sein Verhältnis zu Israel und andere grundsätzliche Gedanken fand ich hier.
Die Rettung Europas
Christoph Römer - 20 Juni 2005
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Okay, okay: Ich gebe zu, dass es nicht besonders originell ist, auf dem Unsinn herumzuhacken, der von Deutschlands "opinion leader", der Bild-Zeitung publiziert wird. Doch liefert diese, in Gestalt des immer wieder lesenswerten Franz-Josef Wagner, einen Kommentar, der genau den Ungeist der Konservativen im Lande wiedergibt. In seiner aktuellen Kolumne in der Bild ist sich Wagner nicht zu schade, Helmut Kohl zurück zu wünschen. Denn nur der mittlerweile 75-jährige Altkanzler könne "Europa wachküssen".
Vor Jahren hätte sich ein jeder ob solcher Naivität und Ignoranz
gekrümmt. War Kohl mitsamt seiner gestrigen Regierung doch (endlich) von der so apostrophierten
"neuen Mitte" verdrängt worden. Heutzutage stellt sich angesichts der
momentanen Meldungen die Frage, was wohl das kleinere Übel gewesen
wäre. Denn, wie n-tv
berichtet, hat just der US-amerikanische Präsident George W. Bush ein
Signal der Stärkung an "old Europe" gesendet. Sein "Spezi" Tony Blair,
Vertreter eines noch-neoliberaleren Europas des Marktes, übernimmt zu
allem Überfluß noch am 1. Juli die Ratspräsidentschaft. Die deutsche
Regierung, die lange Zeit zumindest scheinbar ein Gegengewicht
dargestellt hatte, hat dem nach der kleinlauten Angabe des
Regierungssprechers Anda auch kein Konzept entgegenzusetzen. So bleibt auch die Ansicht des britischen EU-Experten Murray, dass Berlin im EU-Streit vermitteln wird, nur eine vage und ferne Hoffnung.
Was wird nun aus Europa? Im Moment scheint es fast unmöglich, eine Prognose abzugeben!
siehe auch: Aktuelles | Diplomatie | Religion
Islamophobie
Dr. Robert Harsieber - 15 Juni 2005
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Um es gleich vorwegzunehmen: Ich habe auch schlechte Erfarhungen mit Ausländern - aber ich habe auch schlechte Erfahrungen mit Inländern!
Wer immer heute auf der Schiene der Ausgrenzung fährt, vergisst und verdrängt eine historische Epoche Europas: Südeuropa war einmal arabisch. Die arabische Herrschaft in Spanien dauerte von 711 bis 1492, beinahe 8 Jahrhunderte lang. Damals war die Wissenschaftssprache in (Süd)Europa nicht Latein, sondern Arabisch. Und die Schriften des Aristoteles - auf denen die europäische Logik basiert - kam über arabische Übersetzungen zu uns. In dieser Zeit entstanden die ersten Universitäten usw. Fast jede wissenschaftliche und technische Disziplin der Neuzeit hat ihre Quelle im der maurischen Epoche Spaniens. Und noch heute enthalten viele europäische Sprachen und sogar die deutsche Sprache viele Lehnwörter aus dem Arabischen.
Die europäische Kultur und ein europäisches Weltbild ist geprägt von der griechischen Philosophie (des Aristoteles), der arabischen und der jüdisch-christlichen Kultur. Wenn man heute ein pseudo-naturwissenschaftliches Weltbild "anbetet", dann vergisst oder verdrängt man die spirituellen (ganzheitlichen) christlichen Wurzeln, und erst recht die arabische Epoche Europas.
Wir sollten uns heute natürlich unserer christlichen Wurzeln bewusst werden, aber auch, dass Welt- und Menschenbilder sehr komplexe Gebilde sind. Da kann es nicht schaden, der Wirkungsgeschichte nachzugehen.
siehe auch: Religion
Zusammenleben der Religionen
Christoph Berger - 13 Juni 2005
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Über eine Möglichkeit, wie friedliches und respektvolles Zusammenleben zwischen den Religionen funktionieren kann, berichtet heute SpiegelOnline (direkter Link zum Artikel >).
1983 gründete Yusuf Islam, vielen wohl eher unter dem Namen Cat Stevens bekannt, die Islamia
Primary School in London. Was damals mit 13 Jungen und Mädchen zwischen drei und vier Jahren begann, ist zwischenzeitlich zu einem Erfolgsmodell geworden. Den 210 zur Verfügung stehenden Plätzen stehen 3500 Bewerbungen gegenüber. Die Schule ist die erste islamische Schule, die staatlich gefördert wird, in Leistungs-Rankings landet sie regelmäßig auf Spitzenplätzen.
Die Schüler gehen gemeinsam zum Gebet, sie lernen arabisch und Mädchen tragen ab dem neunten Lebensjahr den Schleier. Die religiöse Identität wird also gewahrt. Daneben legt die Schule allerdings großen Wert auf das Austauschen von Argumenten. Die Unterrichtsmethode sei "komplett
westlich - rational und empirisch", sagt Trevathan, Schulleiter, gegenüber dem Nachrichtenmagazin. Die Schule sehe sich in der Tradition der Scholastik und des Kartesianismus.
Beispiele dieser Art gibt es bestimmt viele. Leider liest man viel zu wenig darüber...
siehe auch: Religion
Religion und "Esoterik"
Dr. Robert Harsieber - 12 Juni 2005
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Als ich vor 35 Jahren begann, mich damit zu beschäftigen, da war das Wort "Esoterik" noch nicht geboren, da begann gerade die "Yoga-Welle". Es gab ein paar Bücher, und jedesmal, wenn ein neues erschien, stürzten wir uns darauf. Das begründete eine langsame Entwicklung.
Heute gibt es in "Esoterik"-Buchhandlung Tonnen von Büchern, von denen mindestens 90 Prozent Unsinn verbreiten. Und jeder, der drei Wochenendseminare hinter sich gebracht hat, beginnt selbst eine eigene "Lehre" oder "Methode" zu verbreiten. Woran soll sich jemand orientieren, der heute anfängt, sich damit zu beschäftigen?
Was ist Religion? Die Seele mit dem Geistigen, mit Gott zu verbinden. Was zum (ewigen) Leben führt, während das Aufgehen im Materiellen zum (geistigen) Tod führt. ("Lasst die Toten ihre Toten begraben!").
Was ist "Esoterik"? Vordergründig ist das Ziel das gleiche, die Methoden werden von verschiedensten Traditionen entlehnt. Was bedingt, dass man sich immer das heraussucht, was einem genehm ist und alles Andere weiterhin verdrängt. Religionen sind vieles, aber niemals bequem. Auch in der Esoterik geht es um ein Sich-Öffnen, vom Tischerlrücken über automatisches Schreiben bis zum hochmodernen Channeling. Das Prinzip ist immer dasselbe: Sich Öffnen - und nie wissen können, was da hereinströmt. Was gänzlich fehlt ist die Orientierung. Niemand kommt auf die Idee, einmal nachzufragen, um welche "Kräfte" es sich dabei handeln könnte. Von Gott zu sprechen ist heute nicht modern, daher ersetzt man den Terminus durch "kosmische Kraft" oder gar "kosmische Kräfte". Kosmos ist aber alles, Materielles bis Geistiges, Gutes und "Böses". Durch die Preisgabe Gottes (des eigentlich Geistigen) verbleiben diese Richtungen meist in jenem Zwischenbereich, auf den nur die Symbole des Irrgartens und des Sysiphos passen. Die Vokabeln sind oft täuschend ähnlich, die Unterschiede subtil, aber gravierend. Die "Selbstverwirklichung" gerät zusehends zur Selbst-Täuschung, zur Ich-Verwirklichung , das genaue Gegenteil von Religiosität. Das Ich aufzublähen bis zu einem "göttlichen" Ich, damit ist absolut nichts erreicht, man bleibt in den Grenzen dieses - noch so gigantischen - Ich eingeschlossen.
Der religiöse Weg wäre: Zurückzutreten und Gott wirken zu lassen. Paulus: "Nicht ich lebe, sondern Christus lebt in mir!" Dadurch wird das Unterste mit dem Obersten verbunden, während eine einseitige "Höherentwicklung" immer einseitig bleiben wird.
siehe auch: Religion
Warum Religion?
Dr. Robert Harsieber - 12 Juni 2005
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Die Suche nach der verlorenen Ganzheit drückt sich heute in vielfältiger Weise aus: ganzheitliche Medizin, ganzheitliches Management usw. Wir haben die Gesamtwirklichkeit zerstückelt und wollen wieder das Gesamtbild zusammensetzen. Naturwissenschaft (Descartes, Galilei, Newton) hat im 17. Jhdt. ihren Forschungsbereich auf Materie in Raum und Zeit eingeschränkt, aber die Gesamtwirklichkeit nicht geleugnet. Das naturwissenschaftlich Erfassbare als die "Wirklichkeit" ist eine Fehlinterpretation des 19. Jahrhunderts. Eine fatale noch dazu, denn auf psychischer Ebene führt das zum Egoismus, der in die soziale Isolation führt, die, wie viele Studien belegen, krankmachend ist. Auf spiritueller Ebene führt das zu einer Verdrängung dieser Dimension, und Verdrängung ist ebenfalls krankmachend. Aus vielen amerikanischen Studien wissen wir, dass religiöse Menschen gesünder sind als solche, die an nichts glauben.
Wenn wir wieder zur Ganzheit kommen wollen, müssen wir wieder das geamte Spektrum menschlichen Seins einbeziehen, das heißt, auch die psychische, seelische und spirituelle Dimension. Dann müssen Grenzen überwunden werden: der Materie, um zur Gesamtwirklichkeit zu kommen; des Ego, um zur Gemeinschaft zu kommen; des Weltlichen (nicht der Welt), um eben zum Göttlichen zu gelangen.
Die "letzte Wirklichkeit" ist nicht jenseits - obwohl sie auch das ist - sondern alles umfassend. Oder philosophisch: Es geht nicht um die Einheit im Gegensatz zur Vielheit, sondern um die Einheit von Einheit und Vielheit (J.G. Fichte). Oder christlich: Christus ist ganz Mensch und ganz Gott.
Religiosität ist (rational gesprochen) nichts Anderes als die Offenheit für die Gesamtwirklichkeit. Was sie so fremd anmuten lässt ist, dass es nicht um die Rationalität (wieder nur ein Teilbereich menschlicher Realität), sondern um die Erfahrung geht. Fremd deshalb, weil wir uns derart an das zersplitterte Weltbild (der ideologisch fehlinterpretierten Naturwissenschaft) gewöhnt haben. Aber selbst "Welt" ist so viel mehr als Teilchen in Raum und Zeit, wie der Physiker und Nobelpreisträger Erwin Schrödinger einmal bemerkte. Wie fast generell die großen Physiker ihre Spiritualität nicht verdrängt haben.
siehe auch: Religion


